Erziehung & Maßnahmen
Was darf ein Border Collie, und was darf er nicht?
Allgemeines
Wenn man kleine Border Collies so sieht, möchte man sie am liebsten den ganzen Tag "knuddeln", so süß und flauschig schauen sie aus der Wäsche. Aber wie man unter dem Link "Historie" nachlesen kann, ist der Border ein Arbeitshund, und obwohl er eine enge Beziehung zu seinem Herrchen (od. Frauchen) aufbaut, braucht er eine konsequente Erziehung. Im Gegensatz zu anderen Hunderassen bringt ein Border Collie jedoch die Bereitschaft mit, zu lernen und hart zu arbeiten.
Das bedeutet jedoch nicht, daß er jeden Befehl sofort versteht. Und dann ist da noch der berühmte "Borderdickkopf", an dem man hin und wieder vorbei muß. Der Dickkopf basiert auf der Grundlage, daß der Border extrem schnell versteht, was der Rudelführer von ihm möchte. So kann es dem Border schnell langweilig werden, es sei denn, man ist selbst extrem flexibel und läßt sich viele abwechslungsreiche Dinge einfallen. Aber grundsätzlich macht Arbeit Spaß. Ein Border Collie ist also von der Basis her sehr bereitwillig.
Im Bereich der Hundeerziehung fällt auch immer wieder der Begriff "Wolf" oder "Wolfsrudel". Dabei liegt der Gedanke zugrunde, wonach der Hund vom Wolf abstammt. Dies ist jedoch lediglich eine Theorie und nicht zu beweisen. Nach unserer Erfahrung gibt es viele gemeinsame Verhaltensweisen zwischen Wolf und Hund, aber in einigen Bereichen sind sie auch grundverschieden. Einige Tips zu Erziehung sind an das Rudelverhalten angelehnt, andere wiederum nicht. Wer seinen Border Collie erzieht, sollte einfach während der Schulungszeit seinen Hund genau beobachten und herausfinden, welche Erziehungsmaßnahmen wirken und welche nicht.
Erziehung & Maßnahmen
Grunsätzlich gilt, für eine Belohnung arbeitet jeder gerne. Das kann ein Leckerchen sein, ein Spielzeug, ein Klicker, oder ein Lieblingspiel. Wenn möglich, sollte eine Belohnung immer im Mittelpunkt der Erziehung stehen.
Leider reicht eine Belohnung nicht immer. Wenn ein Border Collie seinen Dickkopf durchsetzen will, sollte man unbedingt konsequent bleiben. Ansonsten wird der nächste Befehl garantiert mit Ungehorsam belohnt. Eine Hundemutter hat ihren eigenen direkten Erziehungsstil. Wenn eine Hündin mit dem Verhalten ihres Kindes nicht einverstanden ist, zeigt sie ihm dies sehr direkt. Eine Hündin fletscht ihre Zähne (zeigt dem Welpen ihr hervorragendes Gebiss und warnt ihn, daß er diese Elfenbeinsammlung gleich im Nacken hat). Oder sie "grummt" (tiefes Brummen) ihren Sprößling an. Hält er dennoch keine Ruhe, umklammert sie mit ihrem Gebiss die Schnauze ihres Sprößlings. Dieser hat plötzlich einen "Maulkorb" um und versteht diese Erziehungsmaßnahme als freundliches "Halt' die Schnauze (hier eher wörtl. zu nehmen)!" Hilft nichts mehr, schnappt sie auch schon mal nach ihm. Dies geschieht, ohne ihn zu verletzen, der Welpe versteht jedoch sehr genau, dass er sich nun nichts mehr herausnehmen darf. Das Resultat ist meistens ein eifriges Fiepen und Jammern um Entschuldigung, wonach die Mutter dann von dem Aufsässigen abläßt.
Als Mensch kann man sich dieses konsequente Verhaltensmuster für seine eigene Erziehungsarbeit zunutze machen, indem man konsequent ist und bleibt. Es nutzt nichts, dem Hund eine Unart zu verbieten, um sie ihm beim nächsten Mal durchgehen zu lassen. Ebenfalls sollte man analog der Rudelerziehung kurze, knappe und immer gleichbleibende Befehle benutzen (Sitz, Platz, Fuß, hier).
Was darf ein Border Collie, und was darf er nicht?
Ein Border darf und sollte immer Spaß am Spielen haben. Er darf überall mit dabei sein, angefangen beim Autofahren, bis hin zum Fahrradfahren. Er darf und sollte immer bereit für neue Dinge sein. Er darf etwas zurückhaltend sein, was aber durch seinen Mut und die Neugier wett gemacht wird. Er darf nicht die Kinder und Katzen der Familie als “Hüteobjekt” sehen. Dies muß von Anfang an unterbunden und mit anderer sinnvoller Beschäftigung kompensiert werden. Ein Border darf sich nicht seine Rudelposition selbst aussuchen, dies führt über kurz oder lang zu Problemen. Auch hier muß ihm wieder liebevoll aber konsequent gezeigt werden, wer der “Boss” ist.
|
|